Spiel mit dem Feuer gelangweilter Soldaten wegen?

Eskalation (franz. escalier „Treppe“) ist das Steigern und Verschärfen bei der Anwendung von – ursprünglich militärischen und politischen – Mitteln.

Die DWN berichten:

Die Nato hat erstmals Eurofighter in voller Kriegsbewaffnung in das Baltikum entsandt. Luftwaffeninspekteur Karl Müllner sagt, man wolle nicht eskalieren. Mit dem Einsatz wolle die Nato beweisen, dass sie mit Russland auf Augenhöhe agiere. Außerdem sei dies ein Zeichen der Motivation für die Soldaten.

Pflücken wir doch mal das Soldatensprech auseinander:

  1. Luftwaffeninspekteur Karl Müllner sagt, man wolle nicht eskalieren.
    Aber was tut man? Vorher waren keine bewaffneten Eurofighter im Luftraum über dem Baltikum.
    Nun sind sie dort. Das ist eine Ausweitung und Verschärfung, also Eskalation.
  2. Mit dem Einsatz wolle die Nato beweisen, dass sie mit Russland auf Augenhöhe agiere.
    Wenn die NATO vorher nicht auf Augenhöhe war, ist dies eine Steigerung. Wenn sie bisher bereits auf  Augenhöhe war, ist dies Muskelspielerei und ebenfalls Eskalation.
    Und warum muß man auf Augenhöhe? Wer hat den längsten Schniepel? Oder müsssen alle gleichlange Schniepel haben?
  3. Außerdem sei dies ein Zeichen der Motivation für die Soldaten.
    Soldaten haben zu gehorchen und Befehle auszuführen. Aber mit dieser Kriegerlogik zettelt man Kriege an um gelangweilte Soldaten zu motivieren. Welches Armutszeugnis.

Der Bund hat gemäß Art. 87a Abs. 1 Satz 1 GG den Auftrag, Streitkräfte zur Verteidigung aufzustellen („Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“).
Dieses Provozieren, dieses Spiel mit dem Feuer ist keine Verteidigung.

Im vergangenen Jahr hatten die «Eurofighter» nicht die volle Kriegsausrüstung dabei. «Das lag eher am politischen Umfeld, wo man gesagt hat, der Schwerpunkt liegt auf Deeskalation», erklärte Müllner. «Die so genannte „War Time Load“ (wörtlich: Ladung für Kriegszeiten), die hätte man auch falsch verstehen können.» Heute werde das «unkritischer» gesehen. «Deswegen haben wir auch unsere „War Time Load“ diesmal dabei, wir zeigen sie auch, weil die anderen sie auch zeigen.» …

Für Inlandseinsätze in Deutschland sind die Mittelstreckenraketen laut Müllner nicht zugelassen – außer im Spannungs- und Kriegsfall. «Aber für den Fall (im Baltikum) können wir sie nutzen. Und deswegen haben die das erste Mal Gelegenheit gehabt, mit scharfen Waffen da umzugehen», sagte der Luftwaffen-Inspekteur. «Das fördert natürlich auch den Zusammenhalt. Und ich denke das ist für uns als Innenwirkung eine gute Sache.»

Ich bin nur noch entsetzt. Mene mene tekel u-parsin (מנא ,מנא, תקל, ופרסין).

Weiterlesen:

Neue deutsche Militärdoktrin

Stationierung amerikanischer Atombomben in Deutschland.

Wer ist der deutsche Souverän? I

Der Bürger? Die von ihm gewählten Vertreter im Deutschen Bundestag?

Was vor einiger Zeit noch galt, gilt nicht mehr.

In seltener Einigkeit hatte der Deutsche Bundestag vor 6 Jahren den Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland beschlossen. Im Koalitionsvertrag von Union und FPD 2009 wurde dies explizit vereinbart.

Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat diesen Auftrag nicht umgesetzt, stattdessen?

2014 auf dem Nato-Gipfel wurde Russland als Hauptfeind der Nato klassifiziert und jetzt übt die Bundesrepublik, die keine eigenen Atomwaffen besitzt, den Umgang mit diesen Waffen. Ein klarer Bruch des Vertrages über die Nichtweitergabe von Atomwaffen.

Im Kriegsfall sollen deutsche Tornado-Piloten im Rahmen der NATO-Strategie der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ Angriffe mit den US-Bomben fliegen. Diese Teilhabe sieht vor, dass Nato-Staaten quasi zu Atommächten werden, indem sie Atomwaffen auf ihrem Territorium und mit der regionalen Infrastruktur unterstützen, berichten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Das ist ganz klar gegen den Willen des Parlaments.  Und 120 Millionen Euro werden für den Ausbau des Flughafens Büchel bereitgestellt. Das ist der Flughafen, von dem aus die Atombomber starten.

Im Klartext? Die Bundesregierung (CDU und SPD) stellt sich eindeutig gegen den Willen des Deutschen Bundestags, gegen den Willen der Bürger des Landes. Nach Jahren der Abrüstung und Annäherung wird zum Krieg getrieben, koste es was es wolle. Mit dem Feuer gespielt.

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Das hat Frau Merkel geschworen. Uns möge Gott helfen.

Hochgefährlicher Sandkasten…

Wehe, wenn sie losgelassen. Der Nato-Oberbefehlshaber für Mittel- und Nordosteuropa, Hans-Lothar Domröse, ein Vier-Sterne-General, bramarbasiert in einem Interview mit der Welt:

Mit einer Besetzung der gesamten Ukraine durch Russland rechnet Domröse nicht: „Aber selbst, wenn Russland die gesamte Ukraine einnehmen würde, könnte Moskau das nicht durchhalten. Der Preis wäre fürchterlich hoch“.

Russland Präsident Putin könnte in diesem Fall nicht ausschließen, dass die Nato reagieren wird. Domröse weiter: „Außerdem brauchen Sie eine enorme militärische Stärke, um die große Ukraine zu besetzen. Und man muss die Truppen in einem besetzten Land in ständiger Bereitschaft halten – und das auch noch alles finanzieren können. Das ist unrealistisch“.

Erstaunlich. Aber die NATO glaubt, die enorme militärische Stärke zu haben, um Rußland so reizen zu können. Und die finanzielle Belastung? Die bezahlt die EU im Auftrag der USA.

Und das alles in einem Konflikt, der keiner ist. Den aber viele haben wollen: Herr Yes-We-Can-Obama, der seinem Land mal zeigen muß was eine Harke ist, die NATO, die endlich aus ihrem Sandkasten heraus will, unsere Möchtegern-Politiker, die mal so richtig stramm stark sein wollen.

Und so reißt man einen Kontinent in den Abgrund.

Vom Geheimdienst-Chef zum Nazi-Anführer / drohender Rechtsputsch

Der Chef des Sicherheitsdienstes der Ukraine, Valentyn Nalivaychenko, auch wieder ein US-Bürger!, wurde von Poroshenko seines Amtes enthoben. Wieder so ein verzweifelter Versuch des Präsidenten, der gerufenen Geister Herr zu werden.

Aber wie das mit Zauberlehrlingen (und mit CIA-finanzierten US-Zauberlehrlingen ganz besonders) so ist, man wird sie nicht los. Jetzt hat Poroshenko die Nazis erst recht an der Backe.

Denn Valentyn Nalivaychenko gehört zu den Gründern der Nazi-Bataillons in der Ukraine, Tornado, Rechter Sektor, Azov usw. Und denen gefällt es nicht, wenn man gegen sie vorgeht. Deshalb gehen sie jetzt gegen Kiew vor, marschieren ins Kernland der Ukraine, ziehen sich dafür sogar aus den Kampfgebieten zurück.

Was kann das bedeuten?
Unsere westlichen Politiker sehen die Vorgänge in der Ukraine Immernoch als Verteidigung unserer Wertegemeinschaft, andere Analysten erkennen darin einen drohenden Rechtsputsch.

Aber das interessiert ja nicht, wir sind ja damit beschäftigt, die östlichen NATO-Staaten aufzurüsten und aufzuhetzen.

Wie stand es neulich noch irgendwo zu lesen? Erklärtes Ziel der US-Politik ist es, die NATO in einen bewaffneten Konflikt mit Russland zu treiben.

Na also. Da kommen die Nazis in der Ukraine ja gerade richtig.

Weiterlesen:

Furchterregend. Wo bleibt die Friedensbewegung? Wo bleibt der Widerspruch?

Soldaten für den Frieden

Dokumentiert:
Die Führungsspitze der ehemaligen DDR-Streitkräfte warnt vor Krieg und fordert Kooperation statt Konfrontation mit Russland

Als Militärs, die in der DDR in verantwortungsvollen Funktionen tätig waren, wenden wir uns in großer Sorge um die Erhaltung des Friedens und den Fortbestand der Zivilisation in Europa an die deutsche Öffentlichkeit.

In den Jahren des Kalten Krieges, in denen wir eine lange Periode der Militarisierung und Konfrontation unter der Schwelle eines offenen Konflikts erlebten, haben wir unser militärisches Wissen und Können für die Erhaltung des Friedens und den Schutz unseres sozialistischen Staates DDR eingesetzt. Die Nationale Volksarmee war keinen einzigen Tag an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt, und sie hat bei den Ereignissen 1989/90 maßgeblich dafür gesorgt, dass keine Waffen zum Einsatz kamen. Frieden war immer die wichtigste Maxime unseres Handelns. Deshalb sind wir entschieden dagegen, dass der militärische Faktor erneut zum bestimmenden Instrument der Politik wird. Es ist eine gesicherte Erfahrung, dass die brennenden Fragen unserer Zeit mit militärischen Mitteln nicht zu lösen sind.

Es sei hier daran erinnert, dass die Sowjetarmee im Zweiten Weltkrieg die Hauptlast bei der Niederschlagung des Faschismus getragen hat. Allein 27 Millionen Bürger der Sowjetunion gaben ihr Leben für diesen historischen Sieg. Ihnen, wie auch den Alliierten, gilt am 70. Jahrestag der Befreiung unser Dank.

Jetzt konstatieren wir, dass der Krieg wieder zum ständigen Begleiter der Menschheit geworden ist. Die von den USA und ihren Verbündeten betriebene Neuordnung der Welt hat in den letzten Jahren zu Kriegen in Jugoslawien und Afghanistan, im Irak, Jemen und Sudan, in Libyen und Somalia geführt. Fast zwei Millionen Menschen wurden Opfer dieser Kriege, und Millionen sind auf der Flucht.

Nun hat das Kriegsgeschehen wiederum Europa erreicht. Offensichtlich zielt die Strategie der USA darauf ab, Russland als Konkurrenten auszuschalten und die Europäische Union zu schwächen. In den letzten Jahren ist die NATO immer näher an die Grenzen Russlands herangerückt. Mit dem Versuch, die Ukraine in die EU und in die NATO aufzunehmen, sollte der Cordon sanitaire von den baltischen Staaten bis zum Schwarzen Meer geschlossen werden, um Russland vom restlichen Europa zu isolieren. Nach amerikanischem Kalkül wäre dann auch eine deutsch-russische Verbindung erschwert oder verhindert.

Um die Öffentlichkeit in diesem Sinne zu beeinflussen, findet eine beispiellose Medienkampagne statt, in der unverbesserliche Politiker und korrumpierte Journalisten die Kriegstrommeln rühren. In dieser aufgeheizten Atmosphäre sollte die Bundesrepublik Deutschland eine den Frieden fördernde Rolle spielen. Das gebieten sowohl ihre geopolitische Lage als auch die geschichtlichen Erfahrungen Deutschlands und die objektiven Interessen seiner Menschen. Dem widersprechen die Forderungen des Bundespräsidenten nach mehr militärischer Verantwortung und die in den Medien geschürte Kriegshysterie und Russenphobie.

Die forcierte Militarisierung Osteuropas ist kein Spiel mit dem Feuer – es ist ein Spiel mit dem Krieg!

Im Wissen um die zerstörerischen Kräfte moderner Kriege und in Wahrnehmung unserer Verantwortung als Staatsbürger sagen wir in aller Deutlichkeit: Hier beginnt bereits ein Verbrechen an der Menschheit.

Sind die vielen Toten des Zweiten Weltkrieges, die riesigen Zerstörungen in ganz Europa, die Flüchtlingsströme und das unendliche Leid der Menschen schon wieder vergessen? Haben die jüngsten Kriege der USA und der NATO nicht bereits genug Elend gebracht und viele Menschenleben gefordert?

Begreift man nicht, was eine militärische Auseinandersetzung auf dem dichtbesiedelten europäischen Kontinent bedeuten würde?

Hunderte Kampfflugzeuge und bewaffnete Drohnen, bestückt mit Bomben und Raketen, Tausende Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, Artilleriesysteme kämen zum Einsatz. In der Nord- und Ostsee, im Schwarzen Meer träfen modernste Kampfschiffe aufeinander und im Hintergrund ständen die Atomwaffen in Bereitschaft. Die Grenzen zwischen Front und Hinterland würden sich verwischen. Millionen Mütter und Kinder würden um ihre Männer, um ihre Väter und Brüder weinen. Millionen Opfer wären die Folge. Aus Europa würde eine zerstörte Wüstenlandschaft werden.

Darf es soweit kommen? Nein und nochmals Nein!

Deshalb wenden wir uns an die deutsche Öffentlichkeit:
Ein solches Szenario muss verhindert werden.
Wir brauchen keine Kriegsrhetorik, sondern Friedenspolemik.
Wir brauchen keine Auslandseinsätze der Bundeswehr und auch keine Armee der Europäischen Union.
Wir brauchen nicht mehr Mittel für militärische Zwecke, sondern mehr Mittel für humanitäre und soziale Erfordernisse.
Wir brauchen keine Kriegshetze gegen Russland, sondern mehr gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Neben- und Miteinander.
Wir brauchen keine militärische Abhängigkeit von den USA, sondern die Eigenverantwortung für den Frieden. Statt einer »Schnellen Eingreiftruppe der NATO« an den Ostgrenzen brauchen wir mehr Tourismus, Jugendaustausch und Friedenstreffen mit unseren östlichen Nachbarn.
Wir brauchen ein friedliches Deutschland in einem friedlichen Europa.
Mögen sich unsere Kinder, Enkel und Urenkel in diesem Sinne an unsere Generation erinnern.

Weil wir sehr gut wissen, was Krieg bedeutet, erheben wir unsere Stimme gegen den Krieg, für den Frieden.

Armeegeneral a.D. Heinz Keßler

Admiral a.D. Theodor Hoffmann

Die Generaloberste a.D. Horst Stechbarth; Fritz Streletz; Fritz Peter

Die Generalleutnante a.D. Klaus Baarß; Ulrich Bethmann; Max Butzlaff; Manfred Gehmert; Manfred Grätz; Wolfgang Kaiser; Gerhard Kunze; Gerhard Link; Wolfgang Neidhardt; Walter Paduch; Werner Rothe; Artur Seefeldt; Horst Skerra; Wolfgang Steger; Horst Sylla; Ehrenfried Ullmann; Alfred Vogel; Manfred Volland; Horst Zander

Vizeadmiral a.D. Hans Hofmann

Die Generalmajore a.D. Olivier Anders; Heinz Bilan; Bernhard Beyer; Günter Brodowsky; Kurt Brunner; Heinz Calvelage; Sebald Daum; Willi Dörnbrack; Alfred Dziewulski; Johannes Fritzsche; Egon Gleau; Otto Gereit; Roland Großer; Peter Herrich; Karl-Heinz Hess; Günter Hiemann; Lothar Hübner; Siegmund Jähn; Günter Jahr; Manfred Jonischkies; Günter Kaekow; Johannes Kaden; Helmut Klabunde; Klaus Klenner; Raimund Kokott; Kurt Kronig; Manfred Lange; Bernd Leistner; Hans Leopold; Klaus Listemann; Heinz Lipski; Hans Georg Löffler; Rudi Mädler; Manfred Merkel; Günter Möckel; Dieter Nagler; Johannes Oreschko; Rolf Pitschel; Hans Christian Reiche; Fritz Rothe; Günter Sarge; Dieter Schmidt; Horst Schmieder; Gerhard Schönherr; Gerhard Seifert; Kurt Sommer; Erich Stach; Manfred Thieme; Wolfgang Thonke; Henry Thunemann; Walter Tzschoppe; Günter Voigt; Gerd Weber; Dieter Wendt; Klaus Wiegand; Heinrich Winkler; Heinz-Günther Wittek; Erich Wöllner; Werner Zaroba; Manfred Zeh; Alois Zieris

Die Konteradmirale a.D. Herbert Bernig; Eberhard Grießbach; Hans Heß; Werner Henniger; Klaus Kahnt; Werner Kotte; Helmut Milzow; Gerhard Müller; Joachim Münch

Namens einer großen Anzahl von Obersten und Kapitänen zur See a.D. Volker Bednara; Frithjof Banisch; Bernd Biedermann; Karl Dlugosch; Thomas Förster; Günter Gnauck; Günter Leo; Friedemann Munkelt; Werner Murzynowski; Gerhard Matthes; Lothar Matthäus; Friedrich Peters; Helmut Schmidt; Fritz Schneider; Heinz Schubert; Helmar Tietze; Wilfried Wernecke; Rolf Zander; Oberstleutnant a.D. Günter Ganßauge

Weitere Angehörige der NVA aus den Reihen der Offiziere, Fähnriche, Unteroffiziere und Soldaten bekunden ihre Zustimmung.


Quelle: https://www.jungewelt.de/2015/05-06/023.php

Englische Version: http://fortruss.blogspot.co.uk/2015/05/a-warning-from-generals-of-former-gdr.html