Genauer lesen! Genauer hinschauen!

Keine(r) der von mir per Offenem Brief angeschriebenem Politiker(innen) hat mir bisher geantwortet. Ich glaube nicht, daß sie noch über den Antworten grübeln, ich denke sie praktizieren Bürgernähe und ignorieren meine Frage.

Wie das so geht mit der Kommunikation. Sehr oft ist sie einseitig. Oder es herrscht Funkstille, wie man tödliches Schweigen auch nennt. Wenn es aber zu einem Gespäch kommt, wie gehen dann unsere „Leitmedien“ damit um? Sie verdrehen und suggerieren…

Wie ich das meine?

Vladimir Putin hat Barack Obama angerufen und das lange Schweigen gebrochen.

Die FAZ titelt: Obama und Putin reden wieder miteinander. Und zeigt ein Photo des telefonierenden Obama.

Spiegel Online: Anruf aus Moskau: Obama und Putin telefonieren wieder miteinander. Und zeigt ein Photo des telefonierenden Obama.

Die Süddeutsche: Obama und Putin sprechen über Ukraine und IS

Die ZEIT: Obama und Putin diskutieren über die Ukraine mit dem Untertitel: „US-Präsident Obama und Russlands Präsident Putin haben telefoniert.“ und zeigen ein Bild des entschlossenen Obama.

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten hingegen schreiben richtigerweise: Putin sucht das Gespräch und ruft Obama an.

Auch die Welt titelt unverdreht: Putin ruft Obama wegen Ukraine-Krise an.

Und die BILD, die bei dem Ukraine-Thema nicht immer dem Leitmedienkonsens folgt, schreibt: Erstes Gespräch seit Monaten | Putin-Anruf bei US-Präsident Obama und zeigt Photos der beiden telefonierenden Präsidenten, Putin links, Obama rechts. Da unsere gebräuchliche Leserichtung von links nach rechts verläuft, liegt das Gewicht auf dem Putin-Portrait.

Ja, manchmal kommt die Manipulation der Zeitungen gar nicht so unterschwellig daher. Man muß nur ein wenig aufmerksam lesen und hinschauen, dann wird es deutlich.

Ein Fall von vielen. Sie glauben, daß sie nicht lügen. Aber sie verdrehen, verschweigen  und manipulieren.

Vereinnahmung, Vereinnahmung und auf dem Auge blind

da wundere ich mich immer mehr: Ein Mann wird in Moskau erschossen und die gesamte westliche Presse weiß sofort wer der Mörder ist. Nemzow wurde im Auftrag Putins ermordet, tönt es unisono.

Herr Lilischkies versteigt sich zu der Aussage, klare Informationen der Ermittler würden UNS helfen.

Auch die Anker-Damen der Tagesschau sprechen da von einem fiktiven UNS, das nirgends definiert ist, aber der Propaganda so sehr nützt.

  • Wer ist UNS?
  • Welchen Anspruch haben WIR auf Moskauer Ermittlungsergebnisse?
  • Woher wissen WIR , daß Nemzow ein aktiver Oppositioneller war? In den letzten Jahren war nichts von ihm zu bemerken, da hat er wohl eher gesammelte Spendengelder mit leichten Mädels in Emiraten-Luxus-Suiten durchgebracht (wie man auch hören kann, aber nicht aus deutschen Medien)
  • Wer zeigt anläßlich der enthemmten Polizeigewalt gegenüber sozial Schwachen in den USA auf dieses gottgeliebte Land?
  • Mit welcher klaren Ermittlungsinformationspolitik wurden in Deutschland die NSU-Morde aufgeklärt?
    Auch in der BRD gibt es politische Morde, verübt mit Wissen oder evtl. sogar Mittäterschaft der diversen Geheimdienste

Alle haben Dreck am Stecken. Aber diese Besserwisserei, Fingerzeigerei ist zuviel.
Und merkt Euch was, Ihr Oberschlauen: So dumm ist Putin nicht.

Die WELT hetzt.

Einen furchtbaren Artikel hat da der Herr Eigendorf, seines Zeichens Chefreporter und Mitglied der Chefredaktion,  in der WELT verfaßt: Die Ukraine muß sich verteidigen können. Und hat auch jede Menge Kommentare erhalten.

Meinen Kommentar hat man nicht genehmigt.

Screenshot / Kommentar

WScreenshot / Kommentar

Herr Eigendorf hat jedes Maß verloren.

Was aber ist dann der Ausweg? Die Antwort kann nur lauten: wirksame Abschreckung. Ein Richtungswechsel von Putin und seiner Elite wird dann wahrscheinlicher, wenn schwere Verluste in der eigenen Armee drohen. Diese muss der Kreml-Chef fürchten, weil sie ihn innenpolitisch unter Druck setzen würden.

Wenn Sie den Artikel lesen, stellen Sie sich bitte diese Fragen:

  • Worum geht es eigentlich bei diesem Konfilikt?
  • Wie sind die Kräfteverhältnisse?
  • Wer ist überhaupt „die Ukraine“
  • Glaubt man wirklich gegen Russland gewinnen zu können?
  • Das hat schon Napoleon nicht geschafft und Hitler auch nicht

So etwas nenne ich Volksverhetzung und Kriegstreiberei.

 

Herz in der Hose? Allemal besser als Kriegshetze!

Ich erschrecke, wenn ich die Tiraden in der FAZ lese.

Der warnende Aufruf von namhaften Politikern und Intellektuellen, die wesentlich zur Entspannung in Europa beigetragen haben und den Kalten Krieg beendet haben und zur Rückkehr zur Entspannungs-Politik mahnen, wird von der FAZ in erschreckender Weise abgekanzelt.

Der Tenor läuft auf die Aussage hinaus:

Wer nicht mit Frau Merkel den russischen Präsidenten Putin demütigt und den ukrainischen Präsidenten Jazenjuk mit irrealen Zusagen zu immer tollkühnereren, zerstörerischen Aktionen treibt, ist ein Feigling, dem ist das Herz in die Hose gerutscht.

Ich bitte Sie, lesen Sie diese zwei Artikel:

Die Hetze in der FAZ: „Wieder ein Krieg in Europa?“ Denen rutscht doch das Herz in die Hose

ein überlegter Beitrag von Lutz Herden beim Freitag: Der Störfall

PS:
wie feige die FAZ ist, die doch so mutig das Kriegsgeschrei verstärkt, zeigt sich darin, daß der Artikel des Herrn Hoppe (wer heutzutage alles Osteuropa-Historiker wird?) ohne Kommentarfunktion veröffentlicht wird, der Autor nur im Nachgang genannt wird und nicht unter dem Artikel-Titel und dann auch daran, daß zwar der Appel „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ wohl zum ersten Mal in diesem Kampfblatt abgedruckt wird, aber die Unterzeichner nicht genannt werden, lediglich Horst Teltschik und Antje Vollmer werden genannt, alle Unterzeichner jedoch als ältere, abgehalfterte Herrschaften im Artikel dargestellt. als Ewig-Gestrige, als ob Friedens- und Entspannungspolitik veralten könnte…